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Warum Vergessen nützlich ist ...

Warum Vergessen nützlich ist ...

Da hab ich doch tatsächlich am Mittwoch vergessen zu podcasten! Wie peinlich! Vergessen gehört abgeschafft! Oder nicht? Auf keinen Fall, denn Vergessen ist ein wichtiger Prozess im Gehirn. Hier kommt eine Ode an das Vergessen!

Egal ob im Job, in der Freizeit oder bei der Bewältigung der kleinen und großen Alltagsherausforderungen: Vergessen ist lästig! Wer hat nicht schon mal vergessen, eine Rechnung zu bezahlen und wurde dann mit Mahngebühren belohnt. Wer einen Jahrestag oder einen Geburtstag verschwitzt, der würde sich über drei bis vier Euro Mahngebühren vermutlich freuen … Und im Job einen wichtigen Termin zu vergessen, ist auch keine echte Freude. Kein Wunder, dass wir alles daran setzen, bloß nichts zu vergessen. Mit allen Tricks und Finten rücken wir unserem Gedächtnis zu Leibe und werden trotzdem immer wieder ausgetrickst. 

Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon einen frisch geschriebenen Einkaufszettel zu Hause habe liegen lassen und wie oft ich vergessen habe, die Geburtstagseinträge im Kalender zu checken. Aber warum ist das so? Warum vergessen wir? Wäre es nicht viel praktischer, alles zu behalten? Nein, wäre es nicht, denn unsere Hirnkapazität ist begrenzt und unser gesamter Wahrnehmungsapparat ist auf das Vergessen ausgerichtet.

So nehmen wir die verschiedenen Sinneseindrücke getrennt und teilweise zeitlich leicht verschoben voneinander wahr. Also ist eine kurzfristige Speicherung notwendig, um alle Sinneseindrücke zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Sonst wären wir nicht in der Lage das gesprochene Wort mit Lippenbewegung und Körpersprache des Gegenübers in Beziehung zu setzen. Allerdings macht es keinen Sinn, diese kurzfristigen Eindrücke alle zu speichern. Energetisch viel zu aufwendig. Es ist ja auch nicht wesentlich, ob unser Kollege gestern „Ja“ oder „Nein“ gesagt hat, als wir ihn gefragt haben, ob er auch einen Kaffee möchte. Und wo wir vorgestern unser Auto geparkt haben ist auch nicht mehr wichtig, wenn wir seitdem ein paar mal umgeparkt haben. Das können wir getrost vergessen und Platz für neue Informationen schaffen.

Das Ganze geschieht übrigens nicht passiv, wie lange Zeit angenommen wurde. Vergessen ist ein aktiver Löschungprozess. Menschen, bei denen dieser Prozess gestört ist, sind zwar zu phänomenalen Erinnerungsleistungen im Stande, diese Fähigkeit geht jedoch zu Lasten anderer Fähigkeiten, wie beispielsweise der sozialen Kompatibilität oder der Kreativität. Solche Menschen können mit ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit im Prinzip nichts anfangen.

Ohne Vergessen, kein Erinnern ...

Vergessen ist die Voraussetzung dafür, sich überhaupt fokussieren zu können und unwichtige Dinge auszublenden. Es ist die Basis für schnelle und präzise Informationsverabeitung. Super Sache also. Leider, wie übrigens alle Gehirnfunktionen, fehleranfällig. So wird dann auch mal was gelöscht oder überschrieben, was eigentlich noch relevant wäre, wie zum Beispiel mein Podcast von letztem Mittwoch. Ich war der festen Überzeugung, dass ich den schon gemacht hätte. War aber eben nicht so.

Übrigens: Unsere Erinnerungen ändern sich jedes Mal wenn wir sie abrufen. Mit anderen Worten, wir erinnern uns nicht mehr an das Ereignis an sich, sondern nur an die letzte Erinnerung daran. Ein tolles Buch dazu hat Dr. Julia Shaw mit „Das trügerische Gedächtnis“ vorgelegt. 

Vergessen hat nichts mit Unachtsamkeit zu tun

Was hat das aber jetzt mit Führung oder Persönlichkeitsentwicklung zu tun: Ziemlich viel! Leider wissen die wenigsten Führungskräfte, wie das Gehirn funktioniert. Sie sind, wie viele Menschen in diesem Land, der Meinung, das Vergessen oder etwas falsch zu verstehen aus Faulheit, Dummheit oder Unachtsamkeit geschehen und damit vermeidbar sind. Und entsprechend fällt oft die Reaktion auf solche Dinge aus. Verständnisvoll wird in der Regel nur reagiert, wenn gerade nicht sooo viel Druck herrscht. 

Was wir von Piloten lernen können ...

Natürlich ist es maximal unvorteilhaft, wenn ein Chirurg einen Wattetupfer im Bauchraum des Patienten vergisst. Wenn ein Kellner mal eine Bestellung vergisst ist das höchstens lästig … Die Luftfahrt widmet sich seit Jahren dem Problem des Vergessens, denn wenn Pilot und Copilot beispielsweise vor dem Start etwas vergessen, dann kann das sehr schnell viele Menschenleben kosten. Also gibt es Checklisten, die abgearbeitet werden müssen. Ein großartiges Instrument, welches inzwischen auch in Krankenhäusern Einzug hält und die Patientensterberate tatsächlich drastisch sinken lässt. Vergessen macht nämlich auch vor der Approbation keinen Halt. Ein Ingenieursgehirn ist genauso anfällig dafür, wie das Gehirn eines Fensterputzers. 

Checklisten sind eine super Sache. Genauso wie To-Do-Listen. Ich schreib mir jetzt auf jeden Fall auf, dass ich für nächste Woche noch die neuen Podcastfolgen und Blogartikel machen muss. Letzte Woche hatte ich es mir nämlich nicht aufgeschrieben.

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