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Bullshit-Mythen – Wir nutzen nur einen Bruchteil unseres Gehirns

Bullshit-Mythen – Wir nutzen nur einen Bruchteil unseres Gehirns

In meinen Seminaren geht es immer mal wieder um bewusstes und unbewusstes Handeln. Worüber denken wir tatsächlich aktiv nach und welche Handlungen sind von Automatismen bestimmt. Dabei kommt auch immer wieder das Thema auf, dass wir ja nur 10% unseres Gehirns nutzen … Eine nette Geschichte, die sich fein spinnen lässt. Aber leider ist es genau das: Spinnerei.

 

Hirnrissig von Henning Beck
Zum Weiterlesen!

Gleich vorweg: Wir benutzen immer unser komplettes Gehirn. Nur weil wir es nicht merken, heißt es nicht, dass es nicht arbeitet. Selbst bei Personen, bei denen wir auch während einer Unterhaltung denken „Oh, da ist zwischen den Ohren wohl gerade Auszeit“ arbeitet es ständig. Wir merken ja auch nicht, ob unsere Leber oder unsere Milz arbeiten, gehen aber nie davon aus, dass sie deshalb nur 10% ihrer Kapazitäten nutzen würden.

Wie kommen dann aber so viele Menschen und leider auch Kollegen meiner Zunft auf die irrige Annahme, wir würden nur 10% unserer Gehirnkapazität nutzen? Selbst Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Zehn-Prozent-Mythos) berichtet schon lang und breit darüber, dass diese Geschichte Blödsinn ist. Naja, zum einen ist es ja eine wirklich geniale Geschichte. Man stelle sich wirklich einmal vor, wir würden tatsächlich nur auf 10% laufen. Die Botschaft dahinter ist doch großartig, denn das würde ja bedeuten, dass wir Fähigkeiten hätten, von denen wir gar nicht zu träumen wagen. Wie cool ist das denn? Und Filme wie „Der Rasenmähermann“ oder „Lucy“ bieten diesen wunderbaren Hirngespinsten Platz zum Träumen. Ein Grund für den Mythos ist, meiner Ansicht nach, der Wunsch nach mehr. Grundsätzlich nicht verwerflich, ist er doch sehr verständlich. Nach aktuellem Stand der Hirnforschung leider nicht wissenschaftlich haltbar. 

 

Die Hirnforschung selbst lockt uns auf die falsche Fährte ...

Eine weitere Erklärung für den Mythos liefert die aktuelle Hirnforschung selbst mit ihren bildgebenden Verfahren. Diese zeigen, wie, wo und wann das Gehirn bei bestimmten Aktionen aktiv ist. Und damit locken sie uns auf eine falsche Fährte. Denn bei diesen Bildern wird die Grundaktivität des Gehirns ausgeblendet. Sonst würde nämlich das komplette Gehirn leuchten und man könnte nicht mehr herausfiltern, welche Bereiche bei bestimmten Aktionen besonders aktiv sind. Nun kann es natürlich sein, dass Schmidtchen Schlau meint „Jaaaaa, aber man könnte ja alle Bereiche des Hirns so besonders nutzen.“ Eben zusätzlich zur Grundaktivität … Und genau das geht nach heutigem Kenntnisstand nicht, denn dann hätten wir einen Overload und nichts ginge mehr. Unser Herz, unsere Lunge, unsere Leber, unser Magen und alle anderen Organe können ja auch nicht durchgehend volle Pulle arbeiten. Dafür ist unser Körper nicht ausgelegt. Und unser Gehirn ist, so blöd wie es klingt, auch nur ein Organ das seinen Job macht …

Beim Gehirn kommt noch erschwerend hinzu: Nervenzellen die nicht benutzt werden, sterben irgendwann ab oder werden umgebaut. Das ist ein Grundprinzip seiner Funktionsweise. Nun stellen wir uns mal kurz vor, wir würden tatsächlich nur 10% unseres Hirns nutzen … Dann hätten wir 90% tote Masse zwischen unseren Ohren sitzen. Okay, bei manchen Menschen ist das vielleicht nicht so abwegig, aber im Ernst: dieser Mythos macht leider keinen Sinn. Auch Evolutionsbiologisch nicht. 

100% Ausnutzung mit Zugabeoption ....

Es ist noch gar nicht soooo lange her, da hatten Menschen auch in den Industrienationen keinen regelmäßigen Zugang zu Nahrung. Es gab keine Kühlschränke und keinen Supermarkt um die Ecke. Trotzdem braucht das Gehirn rund 20% der Körperenergie (das stimmt tatsächlich). Warum sollte sich der Körper denn sowas ausdenken? Ein im Vergleich zum restlichen Körper kleines Organ, dass nur 10% seiner Kapazität nutzt, dafür aber 20% der gesamten Körperenergie haben will? Jeder Unternehmer würde einen vergleichbaren Abteilungsleiter einen Kopf kürzer machen, der mit solchen Forderungen um die Ecke biegen würde … Und genau hier wird ein Schuh draus: das Gehirn arbeitet nämlich doch die ganze Zeit mit vollem Einsatz und hält den restlichen Laden am Laufen. Es steuert, überprüft, kommuniziert mit allen Körperfunktionen und allen Organen. Und selbst seine ureigenste Aufgabe ist wahnsinnig aufwendig. Es filtert pro Sekunde unzählige Informationen, gleicht ab, sortiert aus und lässt uns zusätzlich bewusst denken. Und das beste daran: Es ist ausbaufähig! 

Jeder der sein Gehirn immer wieder aktiv nutzt, herausfordert, unbequeme Gedanken denkt und immer wieder Neues lernt, der erweitert seinen Horizont im wahrsten Sinne des Wortes. Der packt auf die 100% noch ein paar Prozent drauf. Es ist eben nicht so, dass wir uns beim Lernen ungenutzte Kapazität erschließen: wir bauen an und aus. Also: viel Spaß beim weiteren An- und ausbauen.

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