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Bullshit Mythen: Mit dem richtigen Sinneskanal besser lernen …

Bullshit Mythen: Mit dem richtigen Sinneskanal besser lernen …

Auch wenn ich mit diesem Bullshit auch mal eine Zeit lang hausieren gegangen bin: Sinneskanal- bzw. Lerntypen die an einen Sinneskanal geknüpft sind, sind wissenschaftlich nicht haltbar! Warum lernen anders funktioniert und welcher Mythos dahinter steckt.

Im NLP (Neurolinguistische Programmierung) und in vielen verschiedenen pädagogischen Lernströmungen geht man davon aus, dass Menschen unterschiedliche Sinneskanäle für die Informationsaufnahme und -verarbeitung bevorzugt nutzen. Je nach theoretischem Konstrukt gibt es unterschiedlich viele Lernkanäle. Im NLP gibt es den visuellen, den auditiven, den olfaktorischen, den gustatorischen und den kinestätischen Sinnes- bzw. Lernkanal, also sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Die Theorie besagt, dass jeder Mensch einen Sinneskanal mehr oder weniger bevorzugt und dieser Sinneskanal automatisch der bevorzugte Lernkanal sei.

Vereinfachungen sind zwar einfach, aber nicht zwingend richtig

Mit anderen Worten: Für die Augentiere eignen sich Filme und visuell aufbereitete Inhalte zum Lernen besonders gut. Für Akustikfetischisten ist das gesprochene Wort prima und mit ein bißchen Musik garniert wird es für diese Gruppe unwiderstehlich. Dabei gehen diese Theorien davon aus, dass alle Informationen über den bevorzugten Kanal besser aufgenommen werden. Sogar die Sprachmuster würden die verschiedenen Typen entsprechend anlegen. Beispielsweise würden die visuell veranlagten Menschen zu Formulierungen wie „Das sieht gut aus“ oder „Das sehe ich ganz anders“ tendieren. Während die Ohrentiere eher „Das klingt gut“ oder „Das hört sich gar nicht gut an“ sagen würden.

Und tatsächlich haben diese Erklärungen durchaus etwas logisches und ihren ganz eigenen Charme. Sie sind sehr einfach und wir Menschen lieben Vereinfachungen. Das dumme an der Sache: so einfach ist es eben nicht. Wie alles im Leben. Eine kleine Faustregel: alles was einfach klingt und schnell einleuchtet, immer erst einmal mit Vorsicht genießen.

Einer der Hauptirrtümer der Sinneskanaltheorien ist, dass sie davon ausgehen, dass der Sinneskanal in direkter Verbindung mit der Gedächtnisleistung steht. Und genau das stimmt nicht. Für die Gedächtnisleistung, also das was wir lernen, sind immer die gleichen Bereiche im Gehirn zuständig. Dabei kann es sein, dass sich die Augentiere eine mathematische Formel besser einprägen, wenn sie sie sehen, anwenden können sie sie deshalb aber noch nicht. Lernen ist eben nicht das stumpfe Abrufen von Fakten. Es gehört auch assoziative Leistung dazu, die nichts mit einem Sinneskanal zu tun hat. 

Auf gehirn.info berichtet, Nicole Becker (https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/gibt-es-verschiedene-lerntypen), Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, dass bei Tests mit verschiedenen Lerntypmodellen die gleiche Testperson verschiedene Ergebnisse erzielte. Mal war diese Person ein Augen- und mal ein Ohrentyp. Da stimmt doch was nicht. Was allerdings stimmt ist, dass wir auf verschiedene Lernstrategien unterschiedlich gut ansprechen. Rückschlüsse auf allgemeine Informationsverarbeitung und bevorzugte Sinneskanäle lässt dies aber nicht zu. 

Es kommt auf den Reiz an, nicht auf den Kanal

Eine kleine Anekdote am Rand: Die klare Abgrenzung der Wahrnehmungskanäle ist beim Riechen und Schmecken ziemlich schwierig, denn heute weiß man zweifelsfrei, dass die Zunge am Riechvorgang beteiligt ist, genauso wie der Rachenraum. Über diesen wiederum ist der Riechvorgang am Schmecken beteiligt. Während meiner NLP Ausbildung wurde uns erklärt, dass die beiden Sinneskanäle Riechen und Schmecken vernachlässigbar wären, da Typen, die diesen Kanal bevorzugten eher selten vorkämen.

Die Theorie hat aber nicht nur Schwächen im Hinblick auf die tatsächliche Informationsverarbeitung im Gehirn, auch im Alltag lässt sie einige Erklärungen vermissen. Warum beispielsweise reagieren alle Menschen auf einen visuell bedrohlichen Reiz, zum Beispiel einen Wolf mit gefletschten Zähnen auch ohne akustischen Reiz mit Angst? Und ein unpassendes Geräusch zum Beispiel im Flugzeug lässt uns auch ohne das passende Bild erstarren. Warum jagen uns harmlose Bilder in einem Spielfilm mit unheimlicher Musik Angst ein? Und warum sind Bilder aus einem Schlachthof auch mit Mozarts Kleiner Nachtmusik unerträglich? Es scheint so, als wären bestimmte Bilder oder Geräusche zwar miteinander verbunden, aber der Reiz, mit dem größten Stresspotenzial gewinnt auf jeden Fall die Oberhand. 

Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr, als bei der Jagd nach Erholung

Natürlich kann man behaupten, dass Lernen und Stress nicht miteinander kombinierbar sind. Das stimmt jedoch nicht. Natürlich lernen wir mit Freude leichter, keine Frage. Aber dass wir dann einem bestimmten Sinneskanal den Vorzug geben ist nur eine gefühlte Realität. Wir nehmen immer alles mit allen Sinnen wahr. Auch das überzeugteste Augentier kann durch eine fremde Stadt laufen und an einer bestimmten Ecke mit einem ganz bestimmten Geruch in eine Situation aus der Kindheit katapultiert werden. Und auch der härteste Akustiker kennt Situationen, wo ihm ein Mensch wahnsinnig bekannt vorkommt, ohne auch nur den Mund aufgemacht zu haben. Und diese Situationen sind genauso häufig wie die anderen. Wir machen uns nur nicht die Mühe und zählen nach.

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